Trike

 

Vom 27.10.2012 - 01.05.2015 hatte ich ein HP Sorpion - 12.156 km

Die Anschaffung

Auf der letzten IFMA in Köln 2008 habe ich zum ersten Mal auf einem Trike (Kettwiesel von Hase) ein paar Runden gedreht. Am nächsten Tag ist mir dann aber auf der Homepage der Firma Hasebikes das Pino aufgefallen und wir haben uns das Tandem gekauft. 2011 fuhr ich dann sowohl bei der Cycolonia als auch auf der Spezi mit verschiedenen Liegerädern. Ich finde die Art der Fortbewegung einfach urgemütlich.

Im September 2012 bin ich mit einem Trikefahrer ein Stück zusammen geradelt und wir tranken in Zons noch einen Kaffee. Hauptthema war natürlich Trikefahren.  Kurze Zeit später habe ich mir bei Lowrider in Frechen Königsdorf ein Catrike Road geliehen und bin 180 km in zwei Tagen geradelt, der Kauf eines Gebrauchtrades folgte einige Wochen danach.

 

In 31 Monaten - 12.156 km

Das richtige Einstellen von Beinlänge und Sitzneigung ist sehr wichtig und man muss immer wieder testen, bis man die richtige Stellung raus hat. Es hat schon 2 - 3 Woche gedauert bis ich ohne Knie- und Rückschmerzen radeln konnte. Zudem merkt man schnell, wie wichtig Schuhe mit Cleats beim Liegeradfahren sind, denn nur wenn man rund treten kann kommt man vernünftig vorwärts. Die Muskeln, die benötigt werden sind auch andere, es bedarf einer mehrmonatigen Eingewöhnungszeit. 

Wer meint, mit drei Rädern kann man nicht umfallen: doch, man kann. Zweimal hat es mich hingeschmissen. Einmal habe ich das Körpergewicht in einer links, rechts Kurvenkombination nicht schnell genug auf die andere Seite bekommen. Die Aktion kostete einen Außenspiegel. Beim zweiten Mal habe ich einen Dieb verfolgt und wollte ihm den Weg abschneiden. Dafür bin ich aber viel zu schnell in die Kurve gegangen und lag dann auf den Rasengittersteinen aus Beton. Der Täter meinte noch: "Siehste" und war weg. Dieses Mal war nichts am Rad kaputt, aber ich hatte einen blutigen Arm. 

In den zweieinhalb Jahren sind natürlich auch Ausgaben von rund 770 Euro angefallen. Sitzbezug, Trinkflaschenhalter, Handyhalterung und Sitzabdeckung waren freiwillige Anschaffungen für rund 160 Euro, dazu kamen Verschleißteile wie Reifen, 2 neue Ketten, Bremsscheiben und Beläge, Kassette, 1 Schutzblech, Spiegel, 2 Schläuche, Werkstattlohn. Die kleinen Reifen, egal von welcher Marke, verschleißen schneller und müssen nach rund 3500 km erneuert werden.

 

Verkauf

Udo war mit dem Liegerad von Köln zum Schwarzen Meer geradelt, eine ähnliche Radreise war mein Traum. Im Sommer 2014 fuhr ich dann in 4 Tagen 506 km Leverkusen - Kriftel - Leverkusen, das längste Teilstück war 160 km. Danach war für mich klar, dass ich weite Touren lieber mit dem Trekkingrad fahre:

- mit dem Trekkingrad bin ich schneller unterwegs

- mit dem Trekkingrad kann ich länger radeln (2014 an einem Tag 300 km), der Hintern tut auf dem Sattel nicht so weh wie auf der Liege

- mit einem Up radelt man sauberer, so flach am Boden bleibt viel Dreck an der verschwitzten Haut kleben

- mit diesem Trike den Zug zu nutzen ist nicht möglich

- ein Reiserad ist in Anschaffung und Unterhalt preiswerter

Fazit: Trikefahren ist eine schöne Sache auf Strecken bis 50 km und asphaltierten Wegen aber nichts für Radreisen mit langen Tagesetappen. Ich vergleiche es irgenwie mit Cabrio fahren, es ist eine Spielerei die sicher Spaß macht aber man braucht sie eigentlich nicht. 

Durch das Trike habe ich aber auch viele nette Menschen kennengelernt und neue Erfahrungen gesammelt.

Wenn ich mir noch einmal ein Trike zulege, dann ein ICE VTX, als Rennrad für mittlere Strecken.

 

 

Am 07.07.2014 wollte ich eine kleine Runde nach Feierabend  radeln, als ich am Rheinradweg nördlich von Leverkusen Franz traf. Er war mit dem Trike in Chemnitz, wo er mit dem Zug hingefahren war, gestartet und machte eine Tour von rund 1300 km quer durch Deutschland. Er steuerte ein Quartier in Köln an und so begleitete ich ihn rund 25 km.

 

In der Nähe von Zons machte ich 2013 die Bekanntschaft mit einem Schweden, der mit dem Trekkingrad auf dem Weg zum Mittelmeer war um von dort weiter nach Osten bis Peking zu redeln. Er wollte auch mal ein Liegerad bewegen.
Ein Höhepunkt war 2014 das 8. Triketreffen in Schwalmtal bei dem wir freitags mit 43 "Liegen" unterwegs waren.
Im März 2015 auf der Messe in Essen. Ich bin ein paar Runden damit gefahren. Schrill, aber im Großstadtdschungel braucht man es nicht.

 

Liegeradforum