Stand: 13.07.2017

die große Ostseetour

Karte und Tracks             Berichte und Bilder

 

47 Tage unterwegs, 4053 km geradelt, 10 kg abgenommen, rund 4750 Euro ausgegeben

 

Danke

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mich vor und während der Tour unterstützt haben. 

An erster Stelle denke ich da natürlich an meine liebe Andrea, der ich schon seit Jahren mit einer großen Radtour nach meiner Pensionierung in den Ohren gelegen habe und die mir stets geholfen hat, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Natürlich war sie in den letzten Tagen vor der Tour nicht mehr ganz so begeistert, weil sie an die lange Trennung dachte, aber in der Hinsicht ist ja einiges anders gekommen als geplant. 

Das Team des Fahrradmarktes Leverkusen hat mich über Wochen ideell und materiell unterstützt und mir geduldig vieles beigebracht, damit ich Schäden am Rad beheben konnte, danke. Zum Glück brauchte ich unterwegs keine Reparatur durchführen.

Gottfried Effe vom finnisch-deutschen Freundschaftsverein hat sich drei Tage lang in unserer Partnerstadt Oulu rührend um mich gekümmert und mir die Stadt näher gebracht.

Unser Sohn hat seine Erfahrung von mehr als 2 Jahrzehnten Pfadfinder Stamm Gezelin genutzt und mehrmals geholfen mein Gepäck zu reduzieren. Er hat mir aber auch viele Campingartikel zur Verfügung gestellt.

Marc, der mich eine Woche im Baltikum begleitet hat, worauf ich später noch näher eingehen werde.

Und natürlich möchte ich mich auch bei allen bedanken, die mich durch Gästebucheinträge, Mails und WhatsApp angespornt haben. 

 Die Tour

Ich war mit der Absicht gestartet, 3 - 4 Monate auf Tour zu sein und zum Nordkap zu radeln. Beide Ziele habe ich nicht erreicht, bin aber trotzdem mit dem Ergebnis zufrieden. Immerhin habe ich in 9 Ländern (Deutschland 1020 km, Polen 543 km, Russland 152 km, Litauen 101 km, Lettland 515 km, Estland 235 km, Finnland 775 km, Schweden 653 km, Dänemark 55 km) 4053 km mit dem Fahrrad zurück gelegt. Hinzu kommen einige Kilometer mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Tallinn - Helsinki mit der Fähre, Oulu - Tampere mit dem Zug, Tampere - Turku mit dem Bus, Turku - Stockholm mit der Fähre, Kopenhagen - Leverkusen mit dem Zug.

Leider war das Wetter vom ersten Start am 25.04. bis zur Heimkehr am 01.07. immer ein Thema gewesen und hat maßgeblich zur Verkürzung der Tour beigetragen. Schon die ersten neun Tage von Leverkusen bis zur Insel Usedom waren von Temperaturen im einstelligen Bereich und von stürmischem Gegenwind bestimmt und führten dazu, dass ich am 06.05. mit dem Zug heim gefahren bin. Drei Wochen später bin ich wieder mit der Bahn los und hatte auf Usedom sogar das gleiche Zimmer um von dort meine Tour fortzusetzen. 

Richtige trockene Sommertage gab es nur wenige, daher habe ich auch nur acht Mal das Zelt aufgebaut, zweimal hatte ich 100 km im Regen, am 22.06. waren es in Oulu um 10:00 Uhr 8°. In Finnland gab es jeden Tag Nordwind, in Schweden an 5 von 6 Tagen Südwestwind, also immer mehr oder weniger Gegenwind. In Dänemark fing es am 01.07. um 8:30 Uhr an zu regnen und hörte den ganzen Tag nicht mehr auf. Ich wollte bis Deutschland radeln, war es aber dann so leid, dass ich in Kopenhagen die Tour nach 5 Wochen wieder beendet habe.

Ein weiterer entscheidender Grund warum ich nicht bis zum Nordkap geradelt bin war das Alleinsein. Nachdem ich eine Woche mit Marc zusammen unterwegs war wusste ich, wie angenehm es ist, wenn zwei gemeinsam radeln, die sich verstehen und ein gleiches Leistungsvermögen haben. Nach der Trennung wusste ich, dass ich so lange Zeit nicht alleine radeln möchte und ich nicht bis zum Nordkap fahren werden wenn ich niemanden mehr treffen sollte, der das gleiche Ziel hat. Dies wurde in Finnland mit jedem Tag bestätigt, wo es hinter Sysmä problematisch wurde, abends etwas zu finden. Als mir die beiden Thüringer Motorradfahrer dann noch erzählten, die Steinwüste mit der Weltkugel lohnt nicht habe ich mich entgültig davon verabschiedet. Von Oulu wären es noch 1000 km gewesen. 

Die einzelnen Tourtage habe ich ja in den Reiseberichten ausführlich beschrieben. Daher möchte ich nach 12 Tagen nur kurz skizzieren, was mir mit zeitlichem Abstand wichtig erscheint. 

Polen ist angenehm zu radeln aber an vielen Stellen sind die Wege zu sandig und es gibt die meisten Mücken. Preiswert.

Kaliningrad ist überfrachtet mit Kraftfahrzeugen und für Radler ist kein Platz.

In Litauen gibt es viel Abwechslung und sogar Polizei auf Segway. Dort habe ich dann Marc getroffen.

Lettland hat mir auf der gesamten Tour am besten gefallen. 

In Estland ist es schwierig Hotels und Geschäfte zu finden.

Finnland ist sehr schön, aber nichts für Radfahrer, auf und ab, weite Strecken ohne Infrastruktur. Aber Helsinki ist für mich die Fahrradhauptstadt Europas, super Radwege, durchdachtes Netz, Straßen werden grundsätzlich unterquert.

Schweden ist zumindest im Bereich südlich von Stockholm angenehm zu radeln wenn der Wind nicht wäre. Überteuerte Hotels.

Dänemark von Helsingor bis Kopenhagen ein super Küstenweg, aber es waren ja nur 50 km.

 

Ich habe auch so viel gesehen, endlich mal den Norden Europas kennen gelernt, nette Menschen getroffen, keine Panne gehabt und bin gesund wieder nach Hause gekommen. Insgesamt habe ich 10 kg abgenommen, 3 kg hatte ich in der ersten Woche daheim wieder drauf.

Statistik

Reisetage gesamt 47
Tourtage geradelt 41
Ausgaben rund 4750 €
vorher: Versicherung, Visum, Zelt, Kleidung 650 €
Ausgaben unterwegs  4100 €
davon Übernachtungen 2200 €
und Bahn und Fähren 500 €
Strecke 4053 km
längste Etappe  155 km
kürzeste Etappe wegen Regen 35 km

 

 

 

 

Am Sonntag (28.05.) geht es wieder los! 

Diese Woche gibt es viel zu tun. Seit Samstag versuchen wir das Knacken im vorderen Bereich des Fahrrades zu lokalisieren. Inzwischen ist klar: es ist in jedem Fall das Laufrad. 

Dann suche ich ein brauchbares Zelt, das unter 2,5 kg und unter 60 cm Packmaß hat. Ein Innenzelt (Moskitonetz) sollte es auch haben.

Das Netbook werde ich auch nicht mehr mitschleppen sondern ein Tablet, spart 820 Gramm. Allerdings wird die Gestaltung dieser Seiten damit schwieriger, da ich direkt in html arbeiten muss.  Für einen Zeilenumbruch z.B. kann ich dann nicht die Eingabetaste nutzen sondern muss den Befehl schreiben, sieht dann so aus:  (<p align="left">&nbsp;</p>)

Ein paar neue Tracks muss ich auch noch machen. Das Visum für Russland ist zeitlich begrenzt und reicht noch für Kaliningrad. Sankt Petersburg werde ich auslassen und direkt von Tallinn mit der Fähre nach Helsinki übersetzen. 

Und irgendwann werde ich am Nordkap sein, nur das Jahr steht noch nicht fest.......

 

 

Vor der Tour

Fahrrad mit Halter - 18,2 kg, Gepäck - 32,5 kg, Wasser - 3,5 kg, Gesamt - 159,8 kg

 

Morgen geht es los,  wenn es am Dienstag nicht schüttet, sonst Mittwoch

Nun ist es soweit, nach 55 Jahren Schule und Beruf beginnt die große Freiheit, 4 Monate mit dem Fahrrad durch 10 Länder. In meinem Bekanntenkreis sieht die Mehrheit das Vorhaben eher mit Skepsis aber es gibt auch viele, die mich zu dem Vorhaben beglückwünschen und  sagen, wenn nicht jetzt mit 62 wann dann. Ich bin dankbar, dass meine Frau mich von Anfang an bei meinem Vorhaben unterstützt hat, auch wenn sie das in den letzten Tagen mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht.

Früher habe ich als Diskuswerfer mit bis zu 230 kg auf dem Rücken tiefe Kniebeugen gemacht, daher begann für mich das Radfahren Mitte der 80iger Jahre als Therapie. 1995 bin ich dann erstmals auf Tour gegangen, Leverkusen - Passau, zu einer Zeit, als noch die Wenigsten an Radreisen dachten. In den letzten 6 Jahren habe ich immer die 10.000 km im Jahr überboten, mit dem Pkw waren es teilweise keine 1.500 km. Das Fahrrad ist ein Fortbewegungsmittel damit ein Ausgleich zu meiner sitzenden Tätigkeit (gewesen), Entspannung, mehr Sehen als andere, einfach Freude. Was ist da naheliegender als ein ausgedehnter Urlaub in Form einer Radtour. Andrea fährt ebenfalls gerne Rad, muss aber noch Arbeiten und mag das Leben aus Packtaschen nicht, also gehe ich alleine auf Tour.

Ich habe viel geplant, Tracks ausgearbeitet, auch alternative Routen, die Ausrüstung vervollständigt, im Fahrradmarkt Leverkusen versucht möglichst viel für evtl. Reparaturen zu lernen, über unseren Bürgermeister, Herrn Bernhard Marewski, Verbindung zu unserer Partnerstadt Oulu aufgenommen, 3.400 km in diesem Jahr trainiert,  aber ob alles so laufen wird wie es soll und ob ich es mental und körperlich schaffen werde, weiß ich erst hinterher, der Wille ist vorhanden. Ich starte in Leverkusen, fahre Richtung Nordost und müsste am 01. Mai die Ostsee (Wismar) erreichen.  Ca. am 24. Mai möchte ich in Sankt Petersburg sein und mir einige Tage die Stadt anschauen, Mitte Juni werde ich in Oulu sein und dann sind es noch 1.000 km bis zum Nordkap. Für die Rückfahrt über Norwegen, Schweden und Dänemark habe ich unterschiedliche Tracks, mache mir aber über Details noch keine Gedanken.

Ich werde versuchen, diese Seiten auch von unterwegs zu pflegen, ob das immer gelingen und wie aktuell es sein wird, weiß ich noch nicht. 

 

 

2015

Die Idee

Als ich 2012 den Ostseeradweg von Kiel bis Rügen geradelt war hat mir das so gut gefallen, dass ich auf den Gedanken kam, 2017, wenn ich in Rente gehe, einmal die Ostsee zu umrunden. Dann kam auch bald das Nordkap dazu, unter dem Motto: wenn man schon einmal so weit im Norden ist. Heute, ca. 14 Monate vorher, ist die Idee gar nicht mehr so eindeutig. Ich habe einiges gelesen und dabei schrecken mich vor allem Regen und Mücken ab. Für eine Nordkaptour ist es in meinen Augen auch erforderlich ein Zelt mitzunehmen, jedoch seit meiner ersten Tour 1995 habe ich nicht mehr im Zelt geschlafen. Auch hier weiß ich nicht, ob das mit über 60 Jahren noch funktioniert.

Aber die Idee einer mehrwöchigen Tour wird weiterhin angestrebt, nur ob es wirklich das Nordkap wird oder ich nach Catania fliege und von Sizilien heim radel kann ich im März 2016 noch nicht sagen.

 

Informationsammlung

Ich trage hier Informationen zu einer Nordkap-Tour zusammen. In erster Linie gehören da natürlich Tourberichte anderer Radler hin, die es schon geschafft haben. Was mir bei den bisher gelesenen Berichten auffällt ist der Mangel an erforderlichen Details. Bei mir gibt es noch viele Fragezeichen: wie plant und beantragt man ein Visum für Rußland, findet man leicht Unterkünfte, wie sieht es mit dem Bezahlen in den unterschiedlichen Ländern aus, Kosten einer Tour über mehrere Monate, Tracks und vieles mehr.

Wer also Hinweise und Informationen hat, empfehlenswerte Seiten kennt oder sonst zum Gelingen einer solchen Tour beitragen kann bitte an

doppeluli  "at" web.de    damit die Maschinen nicht die Adresse auslesen

 

September: ich lese einiges und sammle Tracks, sonst gibt es nicht viel Neues. Eine Regenjacke von North Face habe ich auch schon gekauft, sollte man in jedem Fall mitnehmen.

Oktober: ich habe mich entschieden diese Tour alleine in Angriff zu nehmen und keine Kompromisse einzugehen. Start soll in der letzten Aprilwoche 2017 sein. Diesen Monat eine Regenhose von VAUDE gekauft. 

November: ich habe ein gebrauchtes Netbook erstanden um unterwegs die Seiten fortzuführen, Google und Maps besser nutzen zu können, Bilder zu speichern, evtl. neue Tracks erstellen zu können und wieder auf das Smartphone zu bringen. Ansonsten nutze ich das schlechte Wetter um meine Tagestracks zu erstellen, bis Sankt Petersburg bin ich schon. Und diese Seite hat ein Gästebuch erhalten, mal sehen, ob das klappt.

 

2016

Januar: bin im Ruhestand, Auslandskrankenversicherung ist abgeschlossen, Visum für Russland wird heute beantragt, habe die ersten Stunden im Leverkusener Fahrradmarkt gelernt, weitere werden folgen, so möchte ich fahren:

 

Februar: Ich habe das Visum für Russland, war eigentlich ziemlich einfach. Ich habe beim ADAC eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen und direkt eine Bescheinigung für eine Russlandsreise ausstellen lassen. Diese, den ausgefüllten Visumsantrag, ein Passfoto, den Reisepass und das Bild meiner Reiseroute habe ich in Leverkusen bei einem russischen Reisebüro abgegeben und nach kanpp zwei Wochen habe ich für 80 Euro ein Visum erhalten, mit dem ich im Zeitraum 08.05. bis 06.06. zweimal nach Russland einreisen kann. 

März: nun sind es noch 5 Wochen bis zum Start. Bis auf das Fahrrad ist alles so weit erledigt und eingekauft. Das Rad wird erst in der zweiten Aprilwoche überholt, neue Reifen, Kassette, Kette usw. Acht Tage Praktikum am Leverkusener Fahrradmarkt habe ich jetzt hinter mir. Man bekommt doch einiges mehr mit, als wenn man nur ins Internet schaut.

In vier Wochen bin ich schon unterwegs. Ich gehe davon aus, dass die vorherigen Anschaffungen, abgeschlossen sind, rund 670 Euro sind dafür drauf gegangen. Natürlich hätte einiges nicht sein müssen, anderes wollte ich mir eh anschaffen. Eine kleine Aufstellung: 210 € für Regenkleidung (Jacke, Hose, Handschuhe, bin bisher immer mit Cape gefahren), 124 € Auslandskrankenversicherung, 59 € Reisepass, 80 € Visum, 125 € Netbook, 18 € größere Speicherkarte Handy (für Karten, Tracks usw), 30 € Campingbedarf. Nun kommen noch vorher die Ausgaben für das Rad, man möchte ja mit neuen Teilen starten. 

Ach ja, Fahrrad fahren gibt es auch noch. In den ersten 3 Monaten bin ich 2500 km geradelt und 6 kg abgenommen. 

Noch zwei Wochen, ich würde am liebsten sofort starten, aber dann bin ich zu früh an der Grenze zu Russland, mein Visum lässt eine Einreise erst ab 09. Mai zu und ich wäre bei Frost am Nordkap. Also muss ich Geduld haben. Mein Praktikum am Fahrradmarkt Leverkusen war super, ich habe in den rund 23 Tage viel gelernt und wurde vom ganzen Team in jeder Hinsicht unterstützt. Ich kann hier also wirklich von meinem ersten Sponsor sprechen, danke.

Heute, 18.04.,  in einer Woche möchte ich starten und nun kommt der Winter zurück, brrr.

 

Links:

Von Hamburg zum Nordkap  von Peter     Der Bericht

Reiseinformationen des ADFC zu den Baltischen Staaten

Sammlung verschiedener Nordkapfahrer

Und hier möchte einer 2017 vom Norkap nach Sizilien, wäre auch nicht schlecht.

Und das kann auch passieren, Tour in Estland abgebrochen.

 

 

www.tandemfreunde.de